Teil 3 | Eine Weihnachtsgeschichte die du nicht lesen möchtest

Teil 3 Eine Weihnachtsgeschichte die du nicht lesen möchtest„Wir machen das hier zu einem Fairtrade-Betrieb. Ihre Arbeitsbedingungen werden sich ab jetzt hoffentlich verbessern!“
Moment, damit hat Adama nicht gerechnet. Von allen Möglichkeiten, die sich in seinem Kopf gesammelt haben, war das keine. Warum macht dieser Anzugträger das?

Ein Fairtrade-Betrieb, das weiß Adama, das bedeutet vor allem mehr Geld für ihn. Das heißt faire Arbeitsbedingungen, und auch, dass die Plantagen wahrscheinlich nicht mehr mit Pestiziden besprüht werden. Das hofft er zumindest.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Deutschland

Gedränge – die Straße ist voll mit Menschen, und alle wollen irgendetwas kaufen.

Gerade eben haben Sie auf dem Weihnachtsmarkt noch Crepes gegessen, und jetzt ist Lea mit ihrer Freundin hier auf dem Weg ins Einkaufszentrum. Sie wollen das Shirt jetzt alleine kaufen.
Gestern hat sie sich fast getraut, Felix zu fragen ob sie zusammen auf den Weihnachtsmarkt gehen wollen, aber eben nur fast.

Egal – jetzt kaufen sie ja zum Beispiel das Shirt, das wird bestimmt helfen.

Eine bedrohliche Situation

In Dakha, Bangladesch, an einer Nähmaschine sitzt Amelia – sie ahnt nichts von dem was bald passieren wird. Sie hat wohl Angst, aber sie ahnt nicht dass es wirklich passieren wird.
Seit zwei Tagen ist sie wieder an der Arbeit – obwohl die Fabrik nach wie vor einsturzgefährdet ist. Aber das interessiert den Fabrikbesitzer nicht.

Barsha, ihre direkte Chefin hat auch Angst. „Ich weiß nicht ob das wirklich das richtige ist. Der Chef nimmt das auf die leichte Schulter, aber wir sollten wirklich nicht hier sein Amelia!“
So hat Amelia ihre Chefin noch nie gehört. Barsha war für sie immer die harte Chefin, die gefordert hat, nichts als gefordert und gemeckert. Aber selbst sie hat jetzt Angst. Es scheint wirklich ernst zu sein.

Teil 2 | Eine Weihnachtsgeschichte die du nicht lesen möchtest

„Ich will aber dieses Shirt haben Mama!“ mault Lea. Sie sucht gerade online nach Geschenken – für sich selbst. Wie weihnachtlich. Ihre Mama sagt nun nicht zum ersten Mal, Sie solle doch lieber „nach was vernünftigem gucken“. „Vernünftig, was ist denn schon vernünftig“, denkt sich Lea. Ihre Freunde aus der Schule tragen doch auch alle solche Shirts, was soll gerade sie jetzt mit etwas was „vernünftig“ ist zu Weihnachten?

Lea ist nämlich eine Sache besonders wichtig: sie will, dass ihr Klassenkamerad Felix endlich mal auf sie aufmerksam wird. Sie ist mittlerweile in der 9. Klasse, und schon seit der 6. ist sie ein bisschen verliebt in Felix. Und wie schafft man denn wohl besser, die Aufmerksamkeit eines Jungen zu bekommen, wenn nicht durch coole Anziehsachen?
Es ist ihr wirklich sooo wichtig, aber irgendwie will sie niemand verstehen.

Ein Telefonat mit Folgen

Währenddessen, etwa 7500 Kilometer entfernt, telefoniert Amelia mit ihrem Chef. „Ab Morgen müssen alle wieder zur Arbeit kommen, auch du Amelia!“ „Aber, d.. Die Fabrik ist doch einsturzgefährdet?“ „Das spielt keine Rolle für uns, die Lieferung muss diese Woche noch raus! Komm morgen zur Arbeit, sonst schmeiße ich dich raus.“ Nichts – danach hört Amelia ganz lange nichts. Nichts außer das Tuten ihres Handys, und dem Pochen in ihrem Kopf. Pochen, weil sie weiß, sie hat keine Wahl außer morgen zur Arbeit zu kommen. Pochen auch, weil sie weiß, dass das alles sehr gefährlich werden kann, wenn so eine große Fabrik einstürzt. Es pocht, denn Amelia hat Angst.
Angst vor dem was da kommt, ihrer traurigen kleinen Schwester, ihrer besorgten Tante, Angst diese Menschen zu verlieren, weil sie weiß dass sie etwas verlieren kann – ihr Leben.

Gleiche Uhrzeit, Burkina Faso

„Siehst du das?“ fragt Adama seinen Kollegen Jonathan. „Da steht irgendjemand beim Chef und diskutiert mit ihm“ „Was gibt’s denn hier zu diskutieren?“ erwidert der nur. „Der Händler sieht anders aus. Das ist bestimmt nur einer von diesen komischen Touristen, die ab und zu herkommen und uns bei der Arbeit anglotzen.“
„Bist du bescheuert? Seit wann tragen die denn Anzüge? Ich sprech‘ den Chef gleich drauf an.“

Nachdem Adama und seine Kollegen die Schicht zu Ende gebracht haben, kommen Sie langsam in Richtung des Lagers. Der Anzugträger verabschiedet sich gerade, da sind die Arbeiter angekommen. „Wer ist das?“ fragt Adama den Chef, wohl wissend, das der Anzugmann ihn sehr gut hören kann. „Das ist Mister Pierce aus London.“ „Und was will Mister Pierce hier?“ „Er wird den Betrieb übernehmen. Wir haben uns gerade darauf geeinigt.“

Schockstarre – damit hat Adama nicht gerechnet. Wer ist dieser Mann, und was macht er mit dem Betrieb? Wird er jetzt zu machen, und seine eigenen Leute einstellen? Schmeißt er Adama raus, nachdem er so frech gewesen ist? In seinem Kopf dreht sich alles.

Eine Weihnachtsgeschichte die du nicht lesen möchtest

Amelia sitzt an der Straße.
In einer kleinen Ecke zwischen zwei Wellblechhütten hat sie sich niedergelassen, um wenigstens ein bisschen Schatten zu bekommen. Obwohl es im Dezember hier in Dakha, der Hauptstadt von Bangladesch, verhältnismäßig kalt ist, „nur 28°C“, hat sie gerade genug von der Sonne. Schon seit 2 Tagen hat sie nicht mehr gearbeitet, sitzt nur noch herum, weil sie mittlerweile verlernt hat etwas anderes zu tun. Etwas anderes außer nähen.

Nun ist aber die Fabrik in der sie arbeitet gesperrt – Einsturzgefahr. Kein Wunder denkt sie sich. Die Risse in den Wänden hat sie schon in ihrer ersten Woche dort entdeckt, aber wann genau das war, das weiß sie nicht mehr.
Irgendwann als sie ungefähr 5 Jahre alt war hat ihre Mutter sie das erste mal mitgenommen. Seitdem gibt es für sie nichts anderes mehr. Nähen, jeden Tag nähen. Wieviele Stunden am Tag? Auch das weiß sie nicht so genau, schließlich ist es ja dunkel wenn sie in die Fabrik hineingeht und auch wenn sie wieder herauskommt. Aber so realisiert sie es wenigstens selber nicht mehr.

Amelia ist jetzt 13 Jahre alt. Früher hat ihr die Arbeit noch mehr Spaß gemacht, aber jetzt wo ihre Mutter nicht mehr da ist, hat sie dort keine Gesprächspartner mehr. Die einzige die spricht ist Barsha, ihre Chefin, und das auch nur, wenn sie ihr mal wieder lauthals an den Kopf brüllen will, wie schlecht ihre Nähstücke doch seien.

BRRRRRR. Plötzlich klingelt Amelias kleines Aufklapphandy. Eigentlich ist das das Haustelefon ihrer Familie, oder dem was von ihr noch übrig ist, aber heute hat Amelia sich das Handy eingesteckt, warum, das weiß sie selbst nicht genau – wie so vieles.
Misstrauisch drückt sie den verstaubten kleinen Knopf, um den Anruf anzunehmen.

Strauch zu sich heranziehen, Baumwolle abpflücken, in die Tasche stecken, wieder heranziehen, abpflücken, in die Tasche stecken.
Schon seit 3 Stunden ist Adama bei der Arbeit. Mittlerweile ist es 8 Uhr morgens, jetzt ist es wenigstens noch nicht so warm, wie zur Mittagszeit. Irgendwo in Burkina Faso auf einer Baumwollplantage, das ist sein Arbeitsplatz. Immerhin etwas denkt er sich. Denn er kennt in seinem Heimatdorf genug Leute, die nichts haben. Keine Arbeit – nichts zu essen. Das ist die Faustregel nach der das Leben hier abläuft.

Er und seine Kollegen haben heute schon viel geschafft. Die Route die sie heute abgelaufen sind, ist schon fast zu Ende, sie nähern sich wieder dem Lager, von dem sie heute morgen auf ihre Tour gestartet sind. Adama weiß, dass seine Arbeit nicht ohne ist. Viele seiner Kumpels, die ihm von der Arbeit hier erzählt haben, sind mittlerweile sehr krank. Der Einsatz der Pestizide auf den Plantagen, um die kostbare Baumwolle vor Ungeziefer zu wahren, schadet nicht nur den Schädlingen. Auch viele Arbeiter hier leiden gesundheitlich sehr darunter.

Aber Adama weiß auch, er hat keine Wahl, irgendwo muss er sein Geld ja herbekommen.
Er schaut hinüber zum Lager, dort wo der Chef steht und normalerweise alles beobachtet. Doch heute findet er ihn nicht. „Wo ist er denn verdammt?“ denkt er sich. Nirgends eine Spur.

„Ey Adama, nicht träumen, weiter machen!“ mault ihn ein Kollege an. Wie aus einem Traum gerissen schreckt er kurz auf. Klar – er ist hier zum arbeiten, nicht zum Ausschau halten. Also macht er sich wieder dran: Strauch heran, Baumwolle ab, und nichts wie in die Tasche stecken. Noch einmal schaut er Richtung Lager und ZACK, da ist der Chef doch, aber er steht dort mit einem Mann, den Adama hier vorher noch nie gesehen hat. Die beiden unterhalten sich angeregt, aber wer der Mann ist? Keine Ahnung.

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